Streifzug durch die Königsbrücker Geschichte – Teil IX

Der Dezember beschließt für dieses Jahr den Rückblick auf interessante und bedeutende historische Ereignisse mit einem kleinen Abstecher in die Königsbrücker Bibliotheksgeschichte.

Vor 135 Jahren am 15. Dezember 1877 erfolgte die Gründung einer „unter der Verwaltung des Pfarramtes stehende und vom Staate und der Gemeinde eingerichtete und subventionierte Volksbibliothek".

Wochenblatt Nr.16 vom 23.Februar 1877

Wochenblatt Nr.16 vom 23.Februar 1877

Vor 80 Jahren, also 1932 geht die hiesige, bisher vom Kirchenvorstand verwaltete Volksbücherei ist in die Verwaltung der Stadt über. Zwei Jahre später im Dezember 1934 wurde die städtische Volksbücherei im Rathausgäßchen wieder eröffnet.

Westlausitzer Zeitung Nr. 283 vom 5. Dezember 1934
Westlausitzer Zeitung Nr. 283 vom 5. Dezember 1934

Seitdem hat die Einrichtung eine wechselvolle Geschichte hinter sich.
Insgesamt 6 x mußte die Bibliothek innerhalb der Stadt ihren Standort wechseln, bis sie im August 1992 im ursprünglichen, inzwischen komplett restaurierten und der Stadt gehörenden Gebäude im Rathausgäßchen ihr neues Domizil fand. Im Februar 2011 zog die Stadtbibliothek ein weiteres Mal um, direkt neben das Rathaus, in die Grafia-Passage, Markt 19.

Waren es im Jahr 1877 nur 118 Bücher zum Ausleihen, stehen heute auf einer Fläche von 100 qm ca. 12.000 Bücher, 20 verschiedene Zeitschriftentitel und 3.000 Medien (Kassetten, CD, DVD, Video, Computerspiele, Familienspiele) zur Nutzung und Ausleihe zur Verfügung.
1935, ein Jahr nach der Wiedereröffnung als städtische Bücherei, legte Büchereileiter Arthur Kießling den ersten Jahresbericht vor. „...der Bestand umfaßte 458 Bände, die Leserzahl betrug 163 und die Entleihungen stiegen auf 1.559".
Und heute, 80 Jahre später, zählt die Stadtbibliothek jährlich rund 6.500 Besucher, davon besitzen ca. 350 als ständige Leser der Bibliothek einen Leseausweis. Nicht nur „Königsbrücker" nutzen die Einrichtung, sondern auch aus den umliegenden Gemeinden Laußnitz, Neukirch und Thiendorf einschl. aller Ortsteile kommen Besucher und Leser.
Die Anzahl der Ausleihen beträgt im Jahr rund 20.000.

Neben der Veränderung von Bestand, Leser und Ausleihen gibt es auch in der Bezeichnung unserer Einrichtung erhebliche Unterschiede, 1877 als Volksbibliothek oder Pfarrbücherei bezeichnet, 1934 Städtische Volksbücherei und seit 1973 tragen wir den offiziellen Namen Stadtbibliothek Königsbrück.

Als reine „Leih"-Bibliothek 1877 gegründet, übernimmt die Stadtbibliothek heute neben der traditionellen „Ausleihe" von Büchern und Medien vielfältige Funktionen, u.a. gibt es einen Recherche- und Auskunftsdienst. Dieser wird vor allem für Hausaufgaben, Belegarbeiten, Vorträgen oder Veranstaltungen gern genutzt, d.h. wir stellen für die Beantwortung von Fragen Informationen und nach Möglichkeit auch Bücher und Medien aus unserem Bestand zur Verfügung.
Mit verschiedenen Veranstaltungsangeboten für Kindereinrichtungen und Schulen z.B. Leseförderung im Vorschulalter, Besuch und Kennenlernen einer Bibliothek oder Buchvorstellungen vermittelt die Bibliothek die Freude am Lesen und ist zugleich kompetenter Ansprechpartner für Projekttage oder Lesenächte.