1991

Damals vor 20 Jahren – 1991

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger!

Im vorigen Jahr haben wir mit der Erinnerungsserie „Damals vor 20 Jahren“ begonnen und wollen sie nun auch in diesem Jahr fortsetzen. Ich wurde mehrmals angesprochen, weil man mit Interesse die Serie von 1990 gelesen hat und dadurch so manches Vergessene wieder bewusst wurde. Im vergangenen Oktober haben wir nun schon des 20. Jahrestages der Vereinigung unseres Vaterlandes gedacht. Man will es nicht so recht glauben,dass diese Jahre mit unglaublichen Umwälzungen bei uns, in Europa und in der Folge weltweit, so schnell vergangen sind.
Nun wollen wir aber das Jahr 1991 beleuchten, das sozusagen als Vorbereitungs- und Planungsjahr für die folgende Entwicklung anzusehen ist. Man kann die Geschehnisse auch im Stadtanzeiger 01/92 auf der Titelseite z.T.nachlesen.
Aber nun der Reihe nach......
Eines der Hauptprobleme neben dem bevorstehenden Abzug der WGT-Truppen war die Lösung der Eigentumsfragen, aber auch die Überleitungsmodalitäten von HO und Konsum bis hin zu Schließungen. So rückte die Schließung des Adlers zum 30. 06. 91 immer näher. HO-Geschäfte wurden teilweise an befähigtes Personal übergeben oder wurden geschlossen, wie der Spielzeugladen „Kunterbunt“. Die ersten beiden Häuser wurden nach Eigentumsklärung verkauft (u.a. die Apotheke). Danach konnten dringend notwendige Sanierungen durchgeführt werden, wodurch sich unser Stadtbild nach und nach wandelte.
Das Kinderheim auf der Bohraer Str. wurde vom Landkreis ab 01.03 91 übernommen und später als einzige Königsbrücker Immobilie im Bauhausstil der 20er Jahre des 20.Jh. von der SPD als Alteigentum zurückgefordert.
Es begann das Problem der notwendigen Instandhaltung von bewohnten Grundstücken ungeklärten Eigentums bei niedrigen Mieten, was durch möglichst zügige Klärung der Eigentumsfragen im Zusammenarbeit mit dem Amt zur Klärung offener Vermögensfragen in Kamenz zu lösen war.
Auch die Bundeswehr war bez. unseres Institutes aktiv. Der Generalarzt Dr. Zacher machte sich für unseren Standort - nicht ohne Widerstand der Lobby in Fürstenfeldbruck - stark . Es wurden Zeichen mit dem Bau der neuen Heizungsanlage für 8 Mio DM gesetzt.
Ab 01.01.91 gab es einen neuen Trinkwasserpreis von 1.80 DM/m³ +7% Mwst.

Februar 1991:

Rainer Böhme lag die Umwelt am Herzen und so zählte er 40(!!) wilde Mülldeponien im Umfeld ( u. a. Furtweg, Pulsnitzsteig, Sandberg, Grünmetzweg, auch Hufenweg, Großnaundorfer Str. u.v. a. m. ). Jeder lagerte auf seiner „Spezialhalde“ unkontrolliert seinen Müll ab. Es gab einfach kein Umweltbewusstsein in unserer Bevölkerung.
Eine erste Abwassersatzung wurde beschlossen und ein KfW- Kredit aufgenommen, um die dringendsten Aufgaben der Abwasserentsorgung bearbeiten zu können, obwohl die WAB noch zuständig war.
Das Straßenbauamt spricht erstmalig wegen einer Ortsumgehung vor. Erste gewerbliche Ansiedlungen deuten sich in Laußnitz an (Schäfer-Beton).
Am 06.02 91 findet die letzte Sitzung des Gemeindeverbandes (Königsbrück, Schwepnitz, Laußnitz, Gräfenhain, Schmorkau Koitsch und Neukirch ) zum Zwecke der Auflösung statt. Inzwischen sind sich die Gemeinden wieder näher gekommen und arbeiten verwaltungstechnisch enger zusammen. Der „Hufenbürgermeister“ ging in Rente.

März 1991:

Am 07.03. 91 gab es immer noch 166 Wohnungsanträge bei der Wohnungskommission.
Am 11. März 91 wurde der letzte Granateneinschlag außerhalb des TÜP registriert.
Im März kommt es zu ersten Gesprächen mit dem Investor Herrn Kindermann über die Ansiedlung eines Lidl-Marktes auf dem Gelände des „Alten Sportplatzes“.
Der Stadtrat befasst sich mit der Problematik der Kindergärten, da sinkende Geburtenzahlen die Schließung vorerst einer Einrichtung notwendig machen, was leider auch Entlassung von Personal bedeutet. Die Stellen der Leiterinnen werden neu ausgeschrieben und neue Kitagebühren sind durch Kostenveränderungen (u.a. Gehälter) zu erheben, was nicht unbedingt bei den Eltern auf Verständnis stößt.
Es häufen sich Beschwerden über das Schießregime auf dem TÜP.
Auch Eriwan Haub, der damalige Juniorchef von Tengelmann spricht beim Bürgermeister wegen der Ansiedlung eines Plus-Marktes vor.
Die Wäscherei im „Neuen Lager“ wird vakant und damit u.a. auch wieder Frauenarbeitsplätze. Die Arbeitslosigkeit ist auf 13% gestiegen.
Auf damals Weißbacher Flur an der B97 wird ein Wohngebiet mit Pennymarkt (heute Kik.- Discounter) geplant und später auch gebaut.

April 1991:

Das Investitionsvorranggesetz tritt ab 01.04. 91 in Kraft, was bedeutet, dass jemand, der glaubhaft bankbestätigte Investitionen mit Schaffung von Arbeitsplätzen an einem Grundstück realisieren will, Vorrang vor Alteigentümern beim Erwerb hat. (Erlös ging auf Sonderkonto bis zur endgültigen Eigentumsklärung)
Am 18.04.91 erhalten wir aus Bonn die Nachricht, dass die WGT-Truppen bis Ende August 1992 Königsbrück verlassen haben werden.
Der Stadtrat beschließt, einen Teilflächennutzungsplan (ohne das Areal des TÜP's) erarbeiten zu lassen. Das Dresdner Planungsbüro SES erhält den Auftrag. Außerdem beschließt der Stadtrat, vorbereitende Untersuchungen unseres Altstadt-Sanierungsgebietes durchführen zu lassen, um einen Kostenüberblick zu erhalten. Gleichzeitig wird ein Antrag auf Aufnahme in das Stadtsanierungsprogramm des Freistaates mit Unterstützung des Dresdner Ingenieurbüros IPRO gestellt.
Am 29.04.91 wird der erste Konzessionsvertrag mit dem damaligen Energieversorger ESAG vom Stadtrat bestätigt, der Konzessionsabgabe in Form von DM in den Stadthaushalt „spült“ ( ca. 200 TDM/ Jahr). In der gleichen Stadtratssitzung wird unter Anwesenheit des Pegnitzer Bürgermeisters Manfred Thümmler und seinen Verwaltungsmitarbeitern der Grundsatzbeschluss zur Ortsumgehung mit einer Gegenstimme gefasst.
Auch die Einführung eines Parkautomaten auf dem Markt wird beschlossen.

Mai 1991:

Im Mai 91 stellt sich Herr Kamilli von der Sächsischen Staatskanzlei als Verbindungsmann des Freistaates zu den WGT – Truppen vor. Die Armeeleitung hatte zugesagt, dass großkalibriges Schießen nicht mehr erfolgen soll. Der Beginn der Altlastenuntersuchungen auf den militärischen Liegenschaften durch die IABG aus Ottobrunn wird angezeigt. Am 03.05.91 übergibt der Kommandant an Pfarrer Wagner das katholische Pfarramt auf der Höckendorfer Straße.
Am 16.05.91 besucht Ullrich Klinkert, unser Bundestagsabgeordneter, mit der Umweltarbeitsgruppe des Bundestages unter Leitung von Bundesminister Dr. Klaus Töpfer
unsere Militärliegenschaften. Heinz Kubasch erläutert dabei sein Konzept für das geplante
NSG „Königsbrücker Heide“ und findet allgemeine Zustimmung.
Am 24.05.91 findet eine eingehende Beratung über die Ortsumgehung mit Vertretern des Regierungspräsidiums, des Straßenbauamtes und des Wirtschaftsministeriums statt.
Außerdem wird ein B-Plan für das Gewerbegebiet – Süd „Heideweg“ vorbereitet.

Juni 1991:

Im Juni beschließt der Stadtrat die Stasi- Überprüfung aller gewählten Stadtverordneten und der Verwaltung.
Ab 01.06.91 wird Lars Mögel in Weikersheim auf Kosten der Stadt Weikersheim zum technischen Verwaltungsfachangestellten ausgebildet und schließt diese Ausbildung später mit Bravour ab.
Am 01. 06. 91 übernimmt die Verwaltung der wieder ins Leben gerufenen Kreissiedlungs- gesellschaft die Betreuung der Kommunalen Wohnungen, um die Stadtverwaltung vorerst zu entlasten.
Am 10. 06. 91 wird der neue Lidl – Markt als erster lang erwarteter Discounter am Furtweg eröffnet, ebenso der Schuhdiscounter Reno.
Der Adler schließt seine Pforten zum 30.06.91. Nach 20 (!!) Jahren gibt es für eine andere Nutzung wieder Hoffnung.

Juli 1991:

Ab 01.07. 91 wird das sächsische Kindertagesstättengesetz wirksam und gleichzeitig muss die Kinderkrippe Kamenzer Str. schließen. Jedes Kind erhält dennoch in unseren Einrichtungen einen Platz. Das Gebäude auf dem Alteigentumsansprüche bestehen, übernimmt das Louisenstift für eine Außenwohngruppe und gibt damit entlassenen Kita - Mitarbeiterinnen wieder Arbeit.
Ab 01.07.91 gilt auch bei uns in der Stadtverwaltung der Bundesangestelltentarif-Ost, genannt (BAT-Ost ).
Am 22.07.91 inspiziert Panzergeneral Prange im Auftrag des Bonner Ministeriums für Verteidigung (Hardthöhe) unsere Militärliegenschaften einschließlich TÜP wegen einer evtl. teilweisen Nachnutzung durch die Bundeswehr.
Der Stadtrat vergibt die ersten großen Baumaßnahmen aus Mitteln des „Aufschwung - Ost“
Gehweg Großenhainer Str. mit Beleuchtung (112 TDM)
Gehweg Dresdner Str. mit Busbucht (226 TDM ) nach einem tödlichen Unfall eines Fußgängers
Auch der Gehweg mit Busbucht an der Ostseite der B97 wurde an die Bauhof GmbH Königsbrück vergeben.
Auch Planungen wurden vergeben, so für den desolaten Bad-und Feuerweg und den
Umbau der ehemaligen Fleischbänke zur jetzigen Bibliothek samt öffentlicher Toilette, was zu 90% aus Landkreismitteln finanziert worden ist. (Das waren noch Zeiten!!)

Auch die Sanierung der Außenhaut samt Dach unseres Altenheimes wurde vergeben (98 TDM)
1991 mussten auch Mietanpassungen in kommunalen Wohngebäuden durch den Stadtrat beschlossen werden, um den Sanierungs-und Modernisierungsstau auch finanziell beseitigen zu können.
W.Lindner und G.Driesnack stellen eine Liste aller Opfer von Krieg und Gewalt zwischen 1939 und 1946 für die Gedenkstätte „Scheibischer Berg“ zusammen.

August 1991:

Erste konkrete Beratungen über den Bau des 1. Bauabschnittes der Ortsumgehung zwischen
Kreuzung Weißbacher Str. und Einmündung Kamenzer Str. erfolgten mit Dr. Rohde vom
sächsischen Wirtschaftsministerium (SMWA) als „spiritus rector“.
Der Stadtrat spricht sich gegen eine weitere militärische Nutzung des TÜP aus.
Der Entwurf des Teilflächennutzungsplanes (ohne TÜP) wird zur Einsichtnahme für alle Bürger ausgelegt.
Die Asphaltdecke für den Hufenweg ist noch in Arbeit.
Am 21. 08. beginnt der Putsch in Moskau. Es sind Detonationen auf dem TÜP zu vernehmen. Intensives Schießen bis 23 Uhr wird durch den Kommandanten angekündigt. Beide Kommandanten in Königsbrück sind aber Gorbatschow – Anhänger. Ein General aus Dresden wollte den TÜP-Kommandanten Oberst Chomutow zu intensiveren Schießübungen auffordern. Chomutow umging scheinbar die Order. Herr Kern als Ordnungsdezernent des Landkreises und ich kamen gerade dazu, als das Gespräch auf der Lagerstraße stattfand. Die Geste Chomutows uns gegenüber beruhigte uns.

September 1991

Im September beschloss der Stadtrat die Erarbeitung eines Bebauungsplanes für unser Gewerbegebiet.
Ab 01.09.91 übernimmt Sonita Kreische (später Bellinghausen)die Leitung des Jugendclubs
Seit 02.09.91 beobachten ABM-Kräfte unter Leitung von Herrn Schiller im Auftrag des Bundes die umweltrelevanten Vorgänge in den Kasernen und auf dem TÜP.
Die Diakonie-Sozialstation zieht in das Gebäude Markt 4 ein. Frau Maethner übernimmt die Leitung.
Der Landkreis installiert ein neues Müllentsorgungssystem (Wertstoffbehälter).
Am 05. 09. 91 öffnet nach Umbaumaßnahmen die „Gaststätte Ziegler“ wieder.
Am 25.09.91 begrüßen wir als Gäste Bürgermeister Barth mit Gemeideräten und Vertretern seiner Partnergemeinden Etrechy (bei Paris) und Lynn aus England zu einem Gedanken- austausch auch mit Vertretern des inzwischen aufgelösten Gemeindeverbandes (GV). Herr Eginhard John hatte damals den Kontakt über den GV hergestellt. Dafür konnten wir nochmals das Adler -Cafè nutzen. Bei den französischen Gästen gab es schon noch Bedenken bez. des nun größeren Deutschlands. Wir haben aber - so glaube ich - dazu beigetragen, dass diese Bedenken kleiner geworden sind.
Beginn der Kanalspülungen und Zustandserfassung der Kanäle, die teilweise bis zu 60%
zugesetzt waren, mit der Folge,dass Keller ohne Rückstauklappe bei Starkregen vollgelaufen sind (u.a. Weißbacher Straße 30, 32, 34)

Oktober 1991:

Am 03.10.91, dem ersten Jahrestag der „Deutschen Einheit“ waren wieder die Bürgermeister aus Ostrach Herbert Barth (gest. 2008), aus Weikersheim Horst Häfner (gest. 2010) und Manfred Thümmler aus Pegnitz anwesend und wollten mit uns feiern. Sie wohnten auch der Übergabe unserer ersten Stadtsanierungsmaßnahme, der Inbetriebnahme unseres sanierten Brunnenkomplexes mit gesponserten neuen Kugelahornbäumen bei.

Die Stadt Pegnitz schenkte uns die Brunnenpumpe der Pegnitzer Firma KSB Inbetriebnahme unseres sanierten Brunnenkomplexes 1992 gesponserte neue Kugelahornbäume

Die Stadt Pegnitz schenkte uns die Brunnenpumpe der Pegnitzer Firma KSB. Weitere gesponserte Bäume wurden am Ehrenmal und am Kircheneingang gepflanzt. Bürgermeister Häfner gab das Signal für Pfarrer Lothar Anys zum Knopfdruck mit den Worten „Wasser ist Leben!“
Der Stadtrat beschloss im Oktober, eine Erhaltungssatzung für die Altstadt zu erarbeiten.
Am 23.10. wurde der Trinkwasserzweckverband Kamenz gegründet, dem Königsbrück später nach der WAB-Auflösung beitrat.
Unser Abwasserprojekt wird bez. eines privaten Betreiber- Modells als Pilotprojekt in
Sachsen mit 50TDM vom Bundesumweltministerium für vorbereitende rechtliche Prüfungen bezuschusst.
Am 26.10.91 war seine Exzellenz Otto von Habsburg zum 2. Mal in Königsbrück und sprach mit DSU-Stadträten.

November 1991

Am 07.11.91 wurde ich aus Anlass des Jahrestages der Oktoberrevolution in das Casino des „Neuen Lagers“ auf das Ehrenpodium eingeladen. Es war ungewohnt, in die teilnahmslosen Gesichter der Rekruten zu blicken, die mich dann auf Befehl mit einem 3-maligen Hurra begrüßten. Alkohol war zu dieser Zeit schon tabu.
Am 08.11.91 war die Stadtverwaltung Weikersheim mit ihrem Bürgermeister Horst Häfner an der Spitze - z.T in Hohenloher Tracht - bei uns im Institut zu Gast und überreichte uns eine Königsbrücker Stadtfahne, die noch heute zu Feier-und Gedenktagen an unserem Rathausturm aufgezogen wird.
Am 14.11.91 wurde der Grundstein für das neue 8 Mio DM teure neue Heizhaus im Institut gelegt.
Am 18. 11. erfolgte die Zuschlagserteilung für die Rohbauarbeiten an unserer zukünftigen Bibliothek, die nun nach 20 Jahren den Standort gewechselt hat.
Am 27.11. nahm unser Ministerpräsident Prof. Biedenkopf an der Namensgebung unseres Institutes teil, die aber wieder rückgängig gemacht werden musste, weil Hubertus Strugholdt, der nach dem Weltkrieg in den USA lebende Pionier der deutschen Luftfahrtmedizin, zu sehr im Nazireich involviert war.
Auch die erste Auswertung des Blumenschmuckwettbewerbes erfolgte im Stadtrat. Leider hat der Elan der ersten Jahre, die Fenster mit Blumen zu schmücken, nach 20 Jahren stark nachgelassen.
Auch die erste Ehrung in der neuen Zeit von langjährigen und verdienstvollen Kameraden der „Freiwilligen Feuerwehr“ (FFW) erfuhren die Kameraden Heinz Menschner (40 Jahre), Erhard Gey (30 Jahre) und Marko Zieschang (10 Jahre). Die FFW erhielt ein vom Bund finanziertes Katastrophenschutzfahrzeug sowie das Feuerwehrdepot eine neue Ölheizung.

Im Wärmegerätewerk arbeiten noch 247 AK von einst 430!!
Aus dem Wärmegerätewerk gründete sich die Thielemann AG ( heute KEK) aus, die später in Laußnitz ansiedelte, da Königsbrück noch kein Planungsrecht nachweisen konnte und
eine sofortige Ansiedlung gewünscht war. Wir hatten das Gefühl, dass übergeordnete Stellen bei uns verschärftes Planungsrecht schon damals anwendeten.

Dezember 1991

Am 03.12.91 hält Heinz Kubasch seinen ersten öffentlichen Vortrag über seine Vorstellungen zum künftigen NSG „Königsbrücker Heide“.
Am 03.12. tritt Polizeihauptkommissar Lucas seinen Dienst in Königsbrück als Leiter des Polizeipostens an.
Am 07.12. 91 wurde das ehemalige Kubaner-Wohnheim auf dem Sportplatz den Fußballern mit teilsanierten Toilettenanlagen übergeben. Die Kegelbahn wurde bereits seit November 1989 von den Keglern genutzt.
Der Stadtrat fasst in seiner Dezembersitzung den Beschluss zur Giebelsanierung am Grundstück Hintere Gasse 2 (Scheinert) als Notmaßnahme, da durch den Abriss der angrenzenden Kommandantur - Garagen der Giebel nachgab.
Vom Regierungspräsidium wurden uns 4,7 Mio DM Stadtsanierungsmittel (für 1991=2,24 Mio DM /1992= 2,46 Mio DM )mit einer Förderquote von 85% (1991) und 67% (1992) bewilligt.( u.a. wurde die C.-Tausch-Str.2 saniert und ausgebaut).
Im Dezember erhielten wir die Zusage über 450 TDM für die Sanierung des damaligen Jugendclubs (nach den Krawallen in Hoyerswerda)
Am 23. 12. 91 besuchte uns wiederum unser Ministerpräsident Professor Kurt Biedenkopf im Rahmen der Aktion „Weihnachtspäckchen“ für die WGT-Rekruten. Als wir vor der Suche-Bator-Kaserne standen, e r s t m a l s die russische Flagge gehisst wurde und der Posaunenchor h i n t e r (!) dem Kasernentor aufspielte, drehte sich unser Ministerpräsident zu mir um und sagte: „ Dass wir das noch erleben dürfen!!“

Das waren die Ereignisse des Jahres 1991, denen sicherlich jeder von Ihnen noch viele private angenehme und unangenehme Erlebnisse hinzufügen kann.

Jürgen Loeschke
Bürgermeister a.D.