Raumausstattermeister Andreas König  

 
 
Königsbrück
 
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Foto MalczykRaumausstattermeister Andreas König
Die Geschichte des Schlosses

Das stattliche Schloss liegt auf einem felsigen Talsporn und wird teilweise von der Pulsnitz umflossen.

Die Geschichte des Schlosses verliert sich zum großen Teil im Dunkel des Mittelalters. Das Schloss in seiner heutigen Form entwickelte sich aus einer hölzernen Grenzfeste, die sich notwendig machte, um die Grenze zwischen Sachsen und Böhmen zu sichern.
Die Pulsnitz war damaliger Grenzfluss.
Als später das Frankfurter Gleis entstand, das hier die Via Regia kreuzte, wurde hier der Brücken- und Geleitzoll zur Königlichen Brücke in Dresden erhoben.

Anfangs des 13. Jahrhunderts waren die Herren von Kamenz in Lehnbesitz von Königsbrück. Dies geht aus einer Stiftungsurkunde des Klosters St. Marienstern vom 13.10.1248 hervor, worin der Zoll „ de theoloneeo in Kunigesbruc“ erwähnt wird. Dies ist auch die Ersterwähnung von Königsbrück.

Im Schutze dieser Grenzfeste bzw. Burg entwickelte sich später nach und nach eine nicht Agrarische Dienstleistungssiedlung für die hier durchkommenden Handelswagen.
Zur Ausspanne und Rast wurde ein 65m x 75m großer Platz angelegt, der sich im Nachhinein als Marktplatz entwickelte.

Als erster namentlicher Besitzer erscheint am 8. September 1298 Heinricus de Konigesbruck als Zeuge in einer Urkunde des Marktgrafen von Meißen.
Dieser Henricus war mit Sicherheit Lehnnehmer der Herren von Kamenz und somit noch nicht in Besitz der Grundherrschaft. Dies gelang erst Hawlatsch von Dohna, nachdem sich 1438 die Herrschaft Kamenz aufgelöst hatte.
Bereits 1346 wird die Königsbrücker Hauptkirche in einer meißnischen Matrikel erstmals erwähnt.

In einer besonderen Urkunde vom 11. Januar 1351, dieKaiser Karl IV. der Stadt Budissin ausstellen ließ, heißt es, dass die „oppudum“ (Stadt) und Schloss Königsbrück nie von der Krone und der Vogtei Buddissin getrennt werden soll.

1454 belehnt Wladislaw, König von Böhmen, die Gebrüder von Dohna“…ferner mit dem von ihrem Vatre Hawlatsch von Dohna aufgebautem Sitze vor dem Städtlein.“
Diese Brüder assimilieren nach und nach auf die Oberlausitzer Seite liegenden Dörfer der ehemaligen Herrschaft Kamenz.

1551 taucht erstmals die Bezeichnung „Herrschaft“ für Königsbrück auf.
1560 wurde Christoph von Dohna in Bautzen während einer Predigt vom Schlag gerührt.
Mit ihm starb diese Linie von Dohna aus.
An dieses Geschlecht erinnert nur noch der Bau der Baderbrücke und der Umbau des alten Teiles des Schlosses mit Wappen im Außenputz des Wendelsteins.

1562 wurde Casper von Dohna auf Straupitz mit der Herrschaft Königsbrück belehnt.
An ihn erinnert noch die Hospitalkirche, die er erbauen ließ.

1704 unter der Herrschaft von Maximillian Freyherr von Schellendorf errichtete man das jetzige Hauptschloss und die Wirtschaftsgebäude mit Gärtnerei,
 

1703 kamen bereits die großen Terassenmauern hinzu.

1726 kam die Standesherrschaft an Heinrich Friedrich Reichsgrafen von Friesen auf Schönfeld (bei Dresden).
In dieser Zeit entstand eine offene Treppenanlage, die man später zusetzte.

1752 errichtete man große Gewächshäuser.

1803 übernahm Graf Peter Karl Wilhelm von Hohenthal das Schloss mit allen Pertinenziern. In der Zeit der Hohenthalschen Herrschaft wurde die Orangerie vom alten Schloss abgerissen, die Pilasterbemalung an der Schauseite entstand.

1852 ging das Schloss aus einem Konkursverfahren der Familie Hohenthal an Graf von Wildling über, welcher das Gebäude fast bis zur Unbewohnbarkeit herunterwirtschaftete.

1893 wurde das Schloss durch den Kommerzienrat Naumann angekauft.
Dieser war Begründer der Firma „Seidel und Naumann“ in Dresden.
Nach umfangreichen Erneuerungen am Schloss konnte die Familie Naumann im April 1917 jenes beziehen.

Im April 1945 mussten Naumanns Königsbrück verlassen.

1945/46 wurde das Schloss von der russischen Besatzungsmacht als Lazarett genutzt.

1948 lebten 32 ausgebombte Familien aus Dresden im Gebäude.
Gleichzeitig stellte man Anträge auf Abbruch des Schlosses.

Am 13.07.1948 wurde vom Kreis beschlossen, vorerst nur den Schlossturm abzureißen.

Von 1952- 1966 nutzte man das Schloss nach umfangreichen Bauarbeiten als Erholungsheim für leicht Tbc- Kranke. Es wurden rund 3650 Patienten geheilt.

01.11.1966 Anschluss an das Bezirkskrankenhaus für Neurologie und Psychiatrie Arnsdorf (Psychiatrische Außenstelle Königsbrück, anfangs 180 Betten, später auf 220 Betten erhöht)

1985 begann die Renovierung der Außenfassaden des Schlosses.

1994 wird das Psychiatrische Pflegeheim durch den ASB als Betreiber übernommen.

Auf Initiative des Heimatvereins Königsbrück u. Umgebung e.V. begann man 1997 mit dem Wiederaufbau des Schlossturmes.
Zur 750- Jahrfeier von Königsbrück konnte das Türmchen am 24.06.1998 übergeben werden.

Durch den Neubau je eines Altenheimes am Königsbrücker Schlosspark und in Bernsdorf wurde das Schloss im Januar 2001 leer gezogen.

Inzwischen ist es in Privatbesitz.

Schloßkapelle um 1900

Schloßbibliothek um 1925Damenzimmer im Schloß um 1925Blick auf das Schloß von der Pulsnitzaue

 

Zisterne im SchloßhofSchloßeingang mit Diakonie 2000Auf felsiger Anhöhe, zum Teil von der Pulsnitz umflossen, liegt das stattliche Schloß Königsbrück.
Sitz der Standesherrschaft - 
davor unsere Stadt gleichen Namens.

Die Geschichte des Schlosses verliert sich im Dunkel des Mittelalters.
Die gegen Überfälle sicheren Schutz gewährende felsige Anhöhe lockte gewiss schon frühzeitig zur Erbauung einer Feste oder Warte.
Die Grenzfeste wurde der Hüter des zur "Hohen Straße" gehörenden Passes durch die Pulsnitz, später über die Pulsnitz, die hier die Grenze zwischen der Mark Meißen und dem Milzener bzw. Budissiner Lande bildet.
 
So führte die uralte Handelsstraße, Polnisches Gleis oder "Hohe Straße" genannt vom Rhein durch Sachsen und Meißen westöstlich über Großenhain und Kamenz, quer durch die Lausitz nach Schlesien und Polen und traf sich hier mit der längs des Erzgebirges über Dresden, durch die Heide über Hoyerswerda nach Frankfurt/Oder führenden "Frankfurter Gleis" genannten Handelsstraße.

Ob hier vor dem, wie an so vielen einstigen Furten der Oberlausitz bereits ein slawischer Burgwall lag, ist ungewiss.
 
Anfang des 13.Jahrhundert waren die Herren von Kamenz im Lehnbesitz von Königsbrück.
In einer lateinischen Urkunde vom 13.Oktober 1248, in welcher die Brüder Witego von Kamenz bei der Stiftung des Klosters St.Marienstern genannt werden, wird der Zoll und Ort "de theoloneo in Kunigesbruc" zuerst erwähnt.

Schon damals, so vermutet man, befand sich nahe der Grenzfeste eine Handelsniederlassung bzw. kleine Ansiedlung.
Königsbrück gilt als eine der ältesten Zollstelle der Oberlausitz und hat wohl seinen Namen von der Brücke die sich hier frühzeitig an Stelle der Furt - besonders bei angeschwollem Wasser des Flusses für die alte Handelsstraße - nötig machte und von dem königlichen Brückenzoll, der hier erhoben wurde.

Als erster namentlicher Besitzer erscheint am 8.September 1298 Heinricus de Konigesbruck als Zeuge in einer Urkunde des Markgrafen von Meißen. In einer lateinischen Urkunde des Kaisers Karl IV. vom 11.Januar 1351 die sich die Bürger von Budissin ausstellen ließen heißt es, daß die "oppudum (Stadt) Kunigsbrucke mit municione (Befestigungen) und all seinen Zubehörungen nie vom Königreich Böhmen getrennt werden solle"

1355 - Vom Schicksal der "Feste" schreibt der Zittauer Stadtschreiber Johann von Guben in seinen Jahrbüchern, daß die Kriegsleute der Sechsstädte mit großer Macht "kegn Konigisbrucke zogen und brannten ab den Schonenvelder Hof an dem statil" (nicht urkundlich belegbar)

Höfe bedeuteten in den Quellen des 14.Jahrhunderts mehr oder weniger befestigte Rittersitze.
Lehnsinhaber waren damals die Herren von Schönfeld und sie hatten sich wohl wegen Straßenplackerei, jener ritterlichen Liebelei, die Acht der Sechsstädte zugezogen, so daß ihren Hof das Verhängnis traf.

Ob das Schloß in den Hussitenkriegen eingenommen und niedergebrannt wurde ist nicht bekannt, doch ist es anzunehmen.
1454 belehnt Wladislaw, König von Böhmen, die Gebrüder von Dohna "... ferner mit dem von ihrem Vater (Labatsch von Dohna) aufgebautem Sitze vor dem Städtlein".
Kurz vor 1474 scheint das Schloß in seinen ältesten Teilen neu auf- oder umgebaut worden zu sein.
An die fast 150jährige Herrschaft der Burggrafen von Dohna erinnert nur noch die Brücke unterhalb des Schlosses.

Um 1700, in der Zeit der Schellendorffschen Herrschaft, muss das Schloß erneuert umgebaut oder mit einem Anbau versehen worden sein, da 1704 von einem neuen Schloß die Rede war.
1703 wurde auf jedenfall die große Terrassenmauer im Schloßgarten errichtet.
Die Grafen von Hohenthal waren die wohltätigsten Standesherren der Stadt, das führte soweit das 1852 das Schloß in einem Konkursverfahren an die Grafen von Wilding überging, die es dann bis zur Unbewohnbarkeit niederwirtschafteten.


1893 wurde es durch Kommerzienrat Naumann angekauft. Nachdem im 19.Jahrhundert Teile des Schlosses abgebrochen wurden, konnte nach umfangreichen Erneuerungen die Familie Naumann im April 1917 ihre Wohnung im Schloß beziehen.

1945 verließen Naumanns Königsbrück
1945/46 wurde das Schloß von der russischen Besatzungsmacht als Lazarett genutzt
1948 lebten 32 Umsiedlerfamilien im Schloß
1948 wurden Anträge auf Abbruch des Schlosses gestellt (siehe Stadtverordnetenprotokolle)
Am 13.07.1948 fiel der Entschluß das Schloß nicht abzureißen, es wurde von der SVK als Erholungsheim für leicht Tbc-Kranke erworben
02.06.1949 Übernahme des Flurstücks 563 -Schloßpark- durch die Stadt
Ab 1951 wurde das Schloß als Lungenheilstätte umgebaut
01.02.1952 Eröffnung der Heilstätte, bis 1966 wurden rund 3650 Patienten von ihrer Tuberkulose geheilt
01.11.1966 Anschluss an das Bezirkskrankenhaus für Neurologie und Psychiatrie Arnsdorf (Psychiatrische Außenstelle Königsbrück, anfangs 180 Betten, später auf 220 Betten erhöht)
1985 Beginn der Schloßrenovierung (Außenfassaden)
1992 erster Tag der offenen Tür, zu dieser Zeit waren noch ca.170 Patienten im Schloß,betreut von 30 Pflegekräfte.
1993 - Der Kreis Kamenz wird als Besitzer des Schlosses im Grundbuch eingetragen, im Juli 1993 an das Land Sachsen abgegeben (Kreistagsbeschluß)
01.06.1994 Übernahme durch den ASB (142 Heimbewohner, 65 Beschäftigte - neuer Name "Psychiatrisches Pflegeheim des ASB")

12. 11. 1998 Spatenstich für das neue Alten- und Pflegeheim auf dem Gebiet des Alten Lagers
23. 06. 2000 Übergabe des neuen Alten- und Pflegeheimes
Dezember 2000 - Schließung der Schloßabteilung des Pflegeheimes.
Die zukünftige Nutzung des Schlosses ist ungewiß.

zusammengetragen U. Steckel Ortschronist 2000
 

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